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Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen

BApK

Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V.

Bonn, Mittwoch, 16. August 2023

Stellungnahme des BApK zu den Überlegungen der Unionsfraktion zum Thema pflegende Angehörige

In einem Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) hat sich der CDU-Gesundheitspolitiker Tino Sorge finanziell für einen staatlichen Lohnersatz analog zum Elterngeld ausgesprochen. Hintergrund seines Vorschlags ist ein Positionspapier aus der Unionsfraktion. Darin werden für pflegende Angehörige auch Steuerfreibeträge sowie eine bessere Rentenversorgung gefordert. Bei dem Papier handelt es sich nach Angaben aus der Fraktion allerdings um einen noch nicht abgestimmten Entwurf. Der BApK begrüßt diese Überlegungen, sind doch alleine in der Versorgung schwer psychisch erkrankter Menschen rund 300.000 Angehörige in der ambulanten psychiatrischen Pflege tätig.

„Es wird derzeit gesellschaftlich als selbstverständlich erachtet, dass sich Angehörige um die Belange und Interessen der Betroffenen zu kümmern haben und dabei auch beruflich zurückstecken müssen. Die dadurch entstehenden Einkommenseinbußen belasten - neben der Versorgung der Betroffenen - die Angehörigen im Hier und Jetzt sowie durch niedrigere Rentenzahlungen auch in der Zukunft“, so Dr. Rüdiger Hannig, Vorsitzender des BApK. Gleichzeitig drückt sich für ihn in dem gegenwärtigen Modell der darlehnsfinanzierten Überbrückung von beruflichen Ausfallzeiten eine geringe gesellschaftliche Wertschätzung der Sorgeleistung der Angehörigen aus. „Während überall ein festgeschriebener Mindestlohn gilt, sollen wir Angehörigen unsere Arbeit über einen rückzahlbaren Kredit selber finanzieren! Das ist weder gerecht noch auf lange Sicht für die meisten Angehörigen tragbar."